Man darf das Material nicht quälen
Fritz Wotruba
Fritz Wotruba
Aus der Negativform wird nun ein Wachsmodell gegossen, ca.4 mm dick, gefüllt mit einer Schamottemasse. Diese verhindert Verformungen. Das Wachsmodell wird dann mit Kanälen versehen, die an einer erhöhten Stelle zusammenlaufen, hier wird später der Einguss für die Bronze sein. Auch an Kanäle zum Entweichen der Luft muss gedacht werden. Nun wird das Ganze mit Holzbrettern verschalt und auch mit Schamottemasse umgossen.
Nun ist das Wachspositiv mit den Kanälen von allen Seiten gestützt, es ist bereit für den Ofen. Hier bleibt es für 2 bis 3 Tage, wird langsam erhitzt und langsam wieder abgekühlt, so dass das Wachs langsam und komplett aus der Schamotteform entweichen kann. Je nach Größe und Form einer Skulptur kann das variieren und auch auf die Temperatur muss geachtet werden, es dürfen keine Rückstände durch ein Verkohlen des Wachses bleiben. Das komplette Wachsmodell sowie alle Kanäle werden so zu einem Hohlraum. Die Schamottemasse wird fest und stabil gebrannt.
Jetzt kommt der magische Moment des Bronzegusses. Die Bronze wird auf ca. 1000 Grad Celsius erhitzt – auch hier ist wieder das Feingefühl des Gießers wichtig, die Bronze darf nicht zu heiß werden, es entstünde Ruß und sie würde beim Gießen blubbern. Sie muss aber heiß und flüssig genug sein, um in jeden Winkel der Hohlräume zu gelangen.