Werke

Ihre Werke können so beschrieben werden

Wenige Sätze geben auf die Frage, was denn die Kriterien für gute Kunst seien, eine derart präzise Antwort. Spannungslose Befriedigung langweilt sehr bald. Künstler jedoch, die es verstehen, in ihrem Werk zwei Gegensätze in wechselseitiger Spannung zu halten, schaffen etwas zeitlos Gültiges: ein Abbild von der Polarität menschlicher Existenz. Der Mensch sollte leben, als besäße er ewiges Leben, und gleichzeitig sich so verhalten, als müsse er morgen sterben. Dann entsteht Großes.

Gelingt es dem Künstler, in seinem Werk explosive Kräfte sichtbar zu machen und sie gleichzeitig durch eine strenge Form zu binden, die jedoch immer von einer inneren Sprengkraft bedroht zu sein scheint, dann schafft er nicht nur Kunst, sondern große Kunst.

Das Binden der Kräfte hingegen erzeugt jene faszinierende Spannung in der Ausstrahlung eines künstlerischen Werkes, die einem Bild oder einer Skulptur über Jahrhunderte hinweg eine unwiderstehliche Ausstrahlung gibt. Die Münchner Bildhauerin Katharina Freitag beherrscht diese seltene Kunst: eine Hexenmeisterin – ganz im Sinne Goethes -, die die Geister, die sie ruft, zu beherrschen versteht. Das ist sichtbar. In jeder Skulptur.